Das Leben geht weiter…

… und die Zeit verfliegt.

Manchmal wünschte ich wirklich, dass ich die Uhren für ein paar Augenblicke stoppen könnte. Doch dann wiederum freue ich mich einfach nur auf die Zukunft und blicke ihr ungeduldig entgegen. So viel hat sich in den letzten Monaten getan und noch viel mehr wartet auf mich.

Wo fange ich an zu erzählen? Mein letzter Eintrag liegt fast ein Jahr zurück, wenn ich von meiner Geschichte absehe. Kurz gesagt: das letzte Jahr war sehr ereignisreich. Ich habe in einem Jahr das Hauptstudium durchgezogen, hatte dementsprechend wenig Zeit für irgendwas. Nun habe ich ein Institut gefunden in dem ich meine Diplomarbeit schreiben werde. Dafür muss ich vorher ein Praktikum über sechs Wochen machen. Diese Woche wäre die dritte gewesen, wenn ich nicht die letzten drei Tage flach gelegen hätte. Aber ab Montag geht es weiter und die Zeit wird dran gehangen. So und was mache ich jetzt? Ich bin in der Botanik gelandet – wo ich schon lange hin wollte – und untersuche den Modellorganismus der Botanik (Arabidopsis thaliana der Ackerschmalwand) auf Stressanzeichen (grob gesagt). Darüber wird dann auch meine Diplomarbeit gehen. Bin schon gespannt, was ich da herausfinde.

Dann war ich mit der Uni im August auf Exkursion in Schottland (Fotos unter „Fotos“ bei den Links –> „Millport (Schottland)“). Seit dem hat sich noch viel mehr verändert, als ich vorher erwartet hatte. Erst habe ich ständig gezweifelt ob ich überhaupt mit fahren soll, aber dennoch habe ich mich wahnsinnig darauf gefreut. Jetzt bin ich auf jedenfall sehr froh darum, dass ich in Schottland war. Ich habe dadurch so viele Dinge für mich lernen können – viel zu viel um alles wiederzugeben.

Zum einen habe ich für meine wissenschaftliche Zukunft festgestellt, dass ich zwar gerne im Freiland arbeite, aber Laborarbeit dennoch sehr zu schätzen weiß. Mir liegt es nicht bei jedem Wind und Wetter draußen zu sein. Dann wenn ich es will, auf jedenfall. Aber irgendwo habe ich mich dann doch ziemlich auf das „normale“ Laborleben gefreut.

Zudem habe ich auch endlich gelernt wie ich es schaffe abzunehmen. Wir haben täglich so viel auf die Teller bekommen, das ging einfach nicht aufzuessen. Und da hat es erst richtig klick gemacht: Wozu mehr essen, als man hunger hat? Et voila, seitdem rasselt das Gewicht endlich nach unten. 11 kg sind weg und es werden täglich weniger.

Kommen wir aber zur für mich wichtigsten Erkenntnis: Ich hatte schon lange das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Habe es aber ständig auf den Stress mit der Uni geschoben. Fragte mich auch immer wieder: warum mache ich weiter? Warum beende ich es nicht? Nach Schottland wusste ich auf jedenfall: „Wenn ich die Katze vermisse, meinen Partner aber nicht, dann stimmt da etwas nicht.“ Selbst danach habe ich noch einiges mit mir gerungen. Verdammt viel und lange mit meinem besten Freund geredet – danke, dass du mir ständig so gut zugehört hast – und schließlich den Schritt getan und mich nach fünf Jahren von ihm getrennt. Es passte einfach nicht mehr. Mir tut es leid für ihn, aber ich kann nun wieder frei für mich sein und endlich wieder mich selbst finden.

Jetzt stehe ich jedenfalls hier und freue mich auf die Zukunft und begrüße sie mit offnenen Armen. Ich bin gespannt, was sie für mich bereit hält und ich freue mich, dass ich endlich auch wieder Zeit für Dinge wie Schreiben, Lesen und einfach nur kreativ sein finde.

Ich hoffe die Einträge hier und in euren Blogs werden wieder mehr.

Bis bald und alles Liebe

Eluin

Der Weg (B10)

Wie versprochen, hier nun ein Text für euch :) Vielen Dank, dass ihr mich weiterhin so wundervoll begleitet und ermuntert!

Bis bald

Eluin

Der Weg
Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mich hier jemand findet. Doch da stand sie, kniff die Augen zusammen und beschattete sie mit der linken Hand. Ihre rötlichen Locken wirbelten im Wind durcheinander. Immer wieder strich sie einzelne Strähnen hinter die Ohren und verzog das Gesicht, wenn sie erneut von einer gekitzelt wurde. Als sie mich betrachtete, lächelte sie.
„Du weißt doch ganz genau, dass du dich vor mir nicht verstecken kannst.“
Innerlich seufzte ich. Ich wusste es. Und dennoch hatte mich die Hoffnung fortgetrieben. Fort ans Meer.
Der Ozean glitzerte im Sonnenlicht und versprach eine Freiheit, die ich nie erreichen würde.
„Also, was suchst du hier draußen?“
Ich zuckte mit den Schultern und schwieg. Ich musste einen anderen Weg finden ihr zu entkommen.
„Dann komm. Gehen wir zu den anderen zurück.“ Ihre Augen leuchteten auf, als sie mir eine Hand entgegenstreckte.
Selbst ihr Lächeln wirkte nun nicht mehr einschüchternd, sondern warm und vertrauenswürdig. In ihrem blassblauen Leinenkleid, das zu groß wirkte und sich im Wind um ihren Körper bauschte, sah sie beinahe verletzlich aus. Wie so oft war ich bereits auf diesen Anblick hereingefallen.
Ich ergriff ihre Hand und bemühte mich zu lächeln.
„Und nun versprich mir bitte, dass du nie wieder so weit wegläufst.“ Sie drückte meine Hand und blickte mich an.
Ich hatte das Gefühl, ihr Blick konnte mir meine Geheimnisse entlocken, und so senkte ich den Kopf.
„Weißt du, ich mache mir Sorgen um dich und ich möchte doch nicht, dass dir etwas passiert.“
Ich nickte nur und folgte ihr. Verschwommen nahm ich wahr, wie die Wellen leiser wurden. Der Untergrund veränderte sich und aus dem Sandstrand wurde ein Kiesweg, der von Gräsern und Wegerichgewächsen gesäumt wurde. Bald traten wir in eine Welt aus Schatten und stickiger Luft ein. Staubkörnchen tanzten in den vereinzelten Strahlen des Lichts. Es roch nach Moos und feuchter Erde.
Nicht mehr weit und wir hatten ihr Ziel erreicht. Wie konnte ich das nur zulassen? Ich wollte nicht länger dort bleiben. Ich wollte frei sein und spüren, dass ich lebte. Jeden Tag wurde es schlimmer. Alles wich immer weiter vor meinen Sinnen zurück, erschien mir wie in einem Traum. Auch sie erschien mir unnahbar. Irgendwie verschwommen und doch so real.
Ich konnte nicht weiter gehen. Ohne dass ich es befohlen hatte, blieben meine Füße stehen.
„Was ist mit dir?“ Sie hielt inne und betrachtete mich.
Wieder schwieg ich.
„Wie soll ich dir denn helfen, wenn du nicht mit mir redest?“, voller Traurigkeit blickten ihre Augen in die meinen. Sie legte ihre Hand auf meine Wange und streichelte meine Bartstoppeln.
Ich zuckte mit den Schultern. Ich hatte ihr nichts zu sagen.
Sanft zog sie an meiner Hand. Widerwillig folgte ich ihr. Ich wusste, wenn ich das Haus auf der Waldlichtung betrat, war ich ihr Gefangener.
Schritt für Schritt näherten wir uns der Lichtung. Es wurde dunkler und das Knacken im Dickicht lauter. Ich hasste die Dunkelheit. Ständig zeigte sie mir, dass ich schwach war. Ich konnte mich in ihr nicht orientieren und schnell meinen Weg verlieren. Auch lauerten unbekannte Gefahren in ihr, die ich zwar hören, aber niemals sehen konnte.
Ich musste zurück ins Licht. Die Farben warteten auf mich. Aber wenn ich mich nicht beeilte, würden auch diese verschwinden. So wie meine Freunde und meine Familie.
Sie war die einzige, die mich nicht verlassen hatte und mir immer wieder versprach „zu den anderen“ zu gehen. Doch nie kamen wir dort an. Immer führte sie mich in die Dunkelheit hinein bis zu dem Haus auf der Lichtung und stellte mich vor die Wahl.
Auch heute folgte ich ihr weiter. Später würde ich wieder gehen, mir einen Platz in der Sonne suchen und hoffen, dass sie mich nicht wieder findet. Doch sie fand mich jedes Mal. Ein ewiger Kreislauf. Ich wusste nicht, wie oft ich ihr nun schon zur Lichtung gefolgt war, um dann wieder fortzugehen. Jedes Mal hoffte ich, dass es das letzte Mal sei. Stetig nagten die Zweifel an mir. Folgte ich ihr auch dieses Mal nur, um wieder den Kreis zu schließen?
Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog und ein leichtes Kribbeln über meine Haut lief. Ich war gleichzeitig nervös, aber auch freudig gespannt. Würde alles so sein wie immer?
Entschlossen lief ich weiter und folgte ihr.

Als wir die Lichtung erreichten, begann es zu regnen. Es war das erste Mal, dass sich an diesem Ort das Wetter veränderte. Feinste Regentropfen benetzten unsere Gesichter. Ich konnte nicht sagen, ob es angenehm war, nach dem erhitzenden Marsch. Denn schon wenige Augenblicke später verwandelten sich die Tropfen in einen Wolkenbruch und durchnässten uns bis auf die Haut.
„Da wären wir. Wollen wir hineingehen?“ Sie lächelte mich an und löste ihre Finger von meiner Hand.
Ich blieb stehen. Das Haus duckte sich wie jedes Mal unter den Ästen einer Eiche. Die einst schmückenden Ornamente an den Säulen der Veranda, über der Tür und den Fenstern, waren verblichen, von Wetter und Wind ausgehöhlt. Nun wirkten sie vielmehr wie Fratzen aus einem Alptraum. Moos wuchs auf den Dachschindeln und dem vermodernden Holz von Veranda und Außenwänden.
„Ich werde uns einen Tee aufsetzen.“ Sie winkte mir und lief in Richtung Haus. Ehe ihre Füße die erste Stufe berührten, schien es, als würde sie schweben. Wie ein Geist verschwand sie in der Eingangstür, auch wenn sie diese zuvor öffnete.
Wenige Augenblicke darauf glommen Lichter im ganzen Haus auf. Heute erschienen sie nicht grell und abstoßend, sondern warm und einladend.
Sollte ich ihr folgen? Ein warmer Tee klang verlockend und überhaupt, dieses Mal schien alles anders. Der Regen, die Lichter, ihre Einladung zum Tee…
Sie hatte mich nicht mehr vor die Wahl gestellt. Wähle die Einsamkeit oder das Leben unter Freunden. Wähle Traum oder Wirklichkeit. Ohne dass ich verstand, was sie damit sagen wollte, verschwand sie jedes Mal im Haus.
Aber heute brauchte ich nicht zu wählen und mich zu fragen, für was ich mich entschieden hatte. Heute regnete es und sie lud mich zum Tee ein. Klare Worte, die ich deuten konnte. Doch vielleicht war dies alles ein Trick? Wollte sie so mit mir spielen und ihre Macht beweisen?
Der Regen hatte mich vollkommen durchnässt. Wenn ich so fortlaufen würde, wäre eine Erkältung – oder gar eine Lungenentzündung – unausweichlich. Betrat ich das Haus, konnte ich mich ausruhen, aufwärmen und in Ruhe über meine Situation nachdenken. Auch wenn ich das Haus zuvor niemals betreten hatte, wusste ich, dass ich der Einladung folgen wollte. Deshalb folgte ich dem Trampelpfad zum Eingang.
Je näher ich kam, umso mehr schien sich das Haus zu verändern. Der Pfad unter mir wurde fest und zu einem gepflasterten Weg, der von Beeten gesäumt wurde. Auch das Moos wich. Herabgefallene Schindeln fanden ihren Platz zwischen den anderen. Die Wände glänzten, als wären sie vor wenigen Tagen gestrichen worden. Die Ornamente erstrahlten in neuer Pracht und sogar ein paar Blumenkästen standen in voller Blüte auf der Veranda.
Es war faszinierend, die Veränderungen zu beobachten.
Als ich das Haus betrat, roch es nach Früchtetee und frisch gebackenem Kuchen. Neugierig folgte ich dem Duft und kam in ein gemütliches Wohnzimmer. Bücherregale und Wandteppiche zierten die Wände. Ein Kaminfeuer prasselte und ein Lehnstuhl lud zum Ausruhen ein.
Ich konnte sie nirgends entdecken, also beschloss ich im Lehnstuhl auf sie zu warten.
Gerade als ich mich setzen wollte, klirrte es hinter mir.
„Du bist zurück!“
Als ich mich umblickte, stand sie in der Tür, ein Tablett mit Kuchen und Tee vor ihren Füßen. Tränen stiegen ihr in die Augen.
Verwirrt betrachtete ich sie und ließ mich tiefer in den Sessel sinken.
Plötzlich lief ein kalter Schauer über meinen Rücken und ich stieß auf etwas Unnachgiebiges.
Ich drehte den Kopf und blickte in mein bleiches Gesicht. Ich wollte aufspringen, doch es war zu spät. Ich hatte die Kontrolle über meinen Körper verloren. Für einen Wimpernschlag war ich ganz leicht und hatte das Gefühl zu schweben. Im nächsten Moment befand ich mich in einem Strudel, der mich unausweichlich nach unten zog, so sehr ich mich auch dagegen wehrte.
Ich merkte noch, wie ich kippte, doch danach hüllte eine undurchdringbare Schwärze mich ein.

Ich weiß nicht, wie lange ich weg war, doch als ich wieder zu mir kam, spürte ich ihren Atem an meinem Gesicht. Ich öffnete die Augen und blickte in die ihren.
„Willkommen zurück“, flüsterte sie und richtete sich auf. Eine Träne tropfte auf meine Wange und holte mich in die Wirklichkeit zurück. Sie trug immer noch das blassblaue Kleid. Wenn sie sich bewegte, raschelte es. Nach wie vor schien es ihr zu groß zu sein.
Als sie meinen Blick bemerkte, sprach sie unter Tränen: „Sie hatten keinen anderen Kittel in meiner Größe.“
Ich nickte und versuchte mich zu orientieren. „Wo bin ich?“, krächzte ich. Mein Mund war trocken und meine Stimmbänder schienen aus der Übung zu sein.
„Du bist im Krankenhaus. Die Ärzte haben es schon beinahe nicht mehr für möglich gehalten, dass du aus deinem Koma wieder aufwachst. Aber ich habe niemals die Hoffnung aufgegeben.“
Müde nickte ich, auch wenn ich nicht verstand.
Die Tür des Zimmers öffnete sich. „Wie geht es Ihnen heute? Wie ich sehe, hat Ihre Frau, als Wächterin der Träume, ganze Arbeit geleistet.“ Ein Mann in weißem Kittel trat ein und begann mich zu untersuchen.
Mir war schwindelig und immer wieder hallten die Worte Ihre Frau durch meinen Kopf. Ich spürte, wie sie meine Hand drückte. Sie zitterte, versuchte aber es zu verbergen.
Ja, das war meine Susan. Schlagartig war die Erinnerung wieder da. Ich hatte in unserem Garten einen Baum gefällt. Es raschelte und ein dumpfer Schlag verdunkelte mein Bewusstsein.
„Warst du die ganze Zeit hier?“
„Ja, jeden Tag einige Stunden. Die Ärzte sagten, eine vertraute Stimme könnte dir helfen, den Weg zurückzufinden.“
Wieder nickte ich. „Dann warst du also die Frau aus meinem Traum? Und ich habe schon gedacht, eine böse Hexe würde mich gefangen nehmen. Ständig wollte ich fliehen.“ Ich musste lächeln. Nun wusste ich, vor welcher Wahl ich die ganze Zeit gestanden hatte.

Neuer Monat – gleiche Ziele

Huhu ihr Lieben,

hier nun ein Zwischenstand von mir.

Was habe ich geschafft? ()

  • ich habe meine B11 abgeschickt und meine SF1, aber noch nicht zurück erhalten
  • ich habe die Sachliteraturaufgaben 2, 4, 6, 9  und 11 fertig und kann diese abschicken, sobald ich die Korrektur der ersten Aufgabe erhalte
  • ich habe ein paar Zeilen in meinem Roman weiter geschrieben, komme zur Zeit aber nicht wirklich voran, habe mich aber dazu entschlossen nun abends lieber um 21h schlafen zu gehen und dann zu versuchen noch ein paar Zeilen zu schreiben
  • Mein Rollenspielforum kriegt in einigen Wochen eine neue Homepage, auf der alle Informationen gesammelt werden. Das Layout dafür ist fertig, die Texte muss ich noch sortieren und einfügen.
  • Ich habe erfolgreich das Modul „Pollenanalyse – Vegetations und Florengeschichte“ abgeschlossen. Mit meiner 1,7 kann ich da denke ich zufrieden sein.

Woran arbeite ich momentan? (unendlichzeichen)

  • Modul „Pflanzen im Frühling“; dazu muss ich zahlreiche Seiten übersetzen und einen Vortrag über „Blühinduktion/Vernalisation“ verfassen
  • fehlende Sachliteraturaufgaben
  • Haushalt in Ordnung zu bringen und endlich mal die Bügelwäsche weg zu bekommen
  • Gesund werden

Meine Pläne für die nächsten Monate ()

  • meinen Roman dieses Jahr beenden
  • mir eine Diplomarbeitsstelle suchen – nach Möglichkeit zum Thema Salzwiesen
  • die Schreibschule komplett beenden
  • mein Rollenspiel mit weniger Zeitaufwand betreiben zu können
  • Ruhe und Zeit für mich zu finden
  • meinen Blog wieder zu beleben

Aber ich muss feststellen, auch wenn ich noch nicht alle Punkte erreicht habe, die ich bislang schaffen wollte, bin ich doch recht zufrieden. Es geht voran und das ist am wichtigsten.

Soweit zunächst zu meinem Zwischenstand. Mal sehen, vielleicht habe ich in den nächsten Tagen auch noch einen Text für euch.

Bis bald

Eluin

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