Schreibblockade?
7 Oktober 2007
Schreibblockade?
Nun weiß ich, wo mein Problem liegt!
Irgendwann fange ich an zu planen und mir zu überlegen, wie die Handlung weiter geht. Und das macht all dies für mich uninteressant. Ich will doch meine Story’s selbst erleben und ein Teil von ihnen werden. Aber wie kann ich dies, wenn ich den Ausgang bereits kenne? Wenn jede Handlung, jedes Wort der Charaktere vorher bestimmt ist? Wie sollen da die Charaktere für mich leben? Wie soll ich so Spaß haben?
Mir macht es keinen Spaß starre Werke zu lesen, geschweige denn zu schreiben. Ich merke es auch immer wieder an den Schreibschulaufgaben. Wir werden zwar dazu aufgerufen zu planen, zu gliedern und zu sortieren, aber wenn ich dies tue – bis auf’s kleinste Detail – dann gefallen mir die Ergebnisse und auch der Weg dorthin nicht. Wenn ich dann allerdings einfach nur die Finger ohne groß nachzudenken fließen lasse und dabei nur sehr wenige Eckpunkte im Kopf habe – wie zum Beispiel in der Story „Nachts“ – gefällt mir das Werk und auch die Arbeit. Und auch bei meinen Lesern scheint es besser anzukommen.
Ich bin eben im Moment des Schreibens selbst Leser und was bringt es mir bereits das Ende zu kennen? Dann mag ich selbst nicht weiter lesen und die Spannung geht verloren.
Also egal, was die Schreibschule oder sonstige Ratgeber sagen, ich bleib dabei:
Ich bin die Göttin meiner Welt. Ich beobachte und dokumentiere das Leben meiner Geschöpfe und ab und an werfe ich ihnen vielleicht einen Stein in den Weg. Und dann notiere ich ihre Reaktionen.
So fließt es und so macht es mir Spaß!
Soviel von mir zu diesem Thema, wie ich einen Teil von Schreibblockaden abbauen kann. Jeder ist da anders und jeder nutzt andere Techniken um an seine Texte heran zu gehen. Manche können dies nur mit akribischer Planung – was vollkommen in Ordnung ist – andere wie ich eben überhaupt nicht. Ich denke wenn man weiß, wie man schreibt – sprich komplett nach Plan oder nur mit wenigen Eckpfeilern im Kopf, oder eben irgendwas dazwischen – ist schon mal ein großer Schritt zum lösen von Schreibblockaden getan, weil man damit einiges umgehen kann.
Ich weiß nun für mich zum Beispiel, dass ich nicht planen darf, um meine Romanideen zu verwirklichen. Planung hält mich persönlich davon ab weiter zu schreiben. Aber andere brauchen vielleicht grade diese Planung um am Ball zu bleiben.
Die nächste Hürde sind dann sicher nur noch die Ideen selbst und der Schreibstil. Über Probleme wie Zeit, die zu Blockaden führen, braucht man glaube ich kaum zu sprechen, weil das schlicht und einfach ein Problem der Prioritäten ist.
Ideen und Schreibstil dagegen sind denke ich einfacher auszuräumen, wenn man über das wie bereits nachgedacht hat. Wie in so vielen Ratgebern geschrieben steht, findet man die Ideen auf der Straße – ja es klappt wirklich^^ Einfach nur genau hinsehen und dann aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Kann ich dies nicht in einem meiner Projekte verwenden?
Und der Schreibstil? Wie ebenfalls so viele sagen – womit sie wirklich Recht haben! – viel lesen und „learning by doing“ hilft!
Aber was schreibe ich hier eigentlich? Gut, sicher gibt es viele, die unter Schreibblockaden leiden und selbst Auswege suchen diese zu lösen. Genau wie ich. Ich kann mir auch vorstellen, dass es dem einen oder anderen hilft sich einfach intensiv mit diesem Problem zu beschäftigen. Ich habe dabei jedenfalls zahlreiche Dinge über mich und mein Schreibverhalten gelernt. Und mein Gefühl sagt mir, grade dieses Wissen wird mir dabei helfen mein Problem in den Griff zu bekommen.
Und auch grade eben in diesem Moment stelle ich mal wieder fest, dass es mir am meisten Spaß macht, alles frei herunter zu schreiben, ohne groß darüber nachzudenken. Jupp, der gesamte Text hier ist auf gut deutsch „frei nach Schnauze“ entstanden
Nun liegt es an euch zu sagen, ob der Text trotz allem gut lesbar ist oder besser in die Mülltonne gehört^^
Ich wünsche euch einen tollen Sonntag und hoffe, dass ihr, falls ihr ebenfalls Schreibblockaden habt, diese schnell lösen könnt
Eluin
8 Oktober 2007 at 12:21
Hallo Eluin,
ich hasse Gliederungen. Na ja, hassen wäre vielleicht zu hart ausgedrückt, aber ich mag es auch eher, wenn ich mit einer Idee im Kopf drauflos schreibe, einfach mal sehen, wo mich das hinführt. Ich habe den Verdacht, dass ich dann schon irgendwo im Hinterkopf eine grobe Gliederung “eingebaut” habe.
Manchmal überrasche ich mich dann auch selbst mit dem Ende. *grins*
Ich finds viel spannender so zu schreiben. Es soll ja auch Schriftsteller gegeben haben, die das getan haben.
Gliederungen blockieren mich jedes Mal. *seufz* Das macht es mir auch manchmal schwer, Ideen für die Schreibaufgaben zu finden.
Aber es gibt ja eine gute Kombination: Erst drauflos schreiben, dann bearbeiten. Manchmal lässt sich auch hinterher noch Struktur hineinbringen. Dann wenn erst mal alles festgehalten ist. Zumindest bei Kurzgeschichten.
Da ist es aber sicher von Vorteil, wenn man eine grobe Struktur, den roten Faden, einen Plot vorliegen hat. Ich glaube, da ist dann immer noch genügend Platz sich auszutoben und sich selbst zu überraschen.
Bei einem Roman… keine Ahnung, hab noch keinen geschrieben.
Ich denke, jeder sollte es so machen, wie es am Besten zu ihm passt. Um allerdings die Wahl zu haben, sollte man mehrere Möglichkeiten kennen und ausprobiert haben. Woher soll man sonst wissen, was einem am meisten liegt. Und die SDS vermittelt uns die Möglichkeiten. Was wir daraus machen und wie, ist unsere Sache.
Liebe Grüße,
Martina
8 Oktober 2007 at 1:42
Huhu Martina,
genau so sehe ich das auch^^ Wenn ich nicht diese verschiedenen Möglichkeiten kennengelernt hätte, wüsste ich nun sicher nicht, wie ich es momentan am besten machen kann.
Und jupp, scheinbar schreiben mehrere Schriftsteller einfach nur drauf los – und das nicht nur bei Kurzgeschichten^^ Ich denke genau das werde ich nun auch erstmal bei meinen Romanprojekten versuchen. Vielleicht klappt es dann ja mal endlich etwas zu beenden^^
*knuffel*
Eluin
9 Oktober 2007 at 1:21
Hi Eluin,
Gliederungen sind doof – da hast du voll und ganz recht. Ich hasse das. Also schreibe ich in meinem Roman einfach drauflos. Weiß ja genau, um was es gehen soll. Also – kein Problem.
1. Kapitel fertig – und jetzt? Hm, wie geht’s weiter? Keine Ahnung! Mist! Hinsetzen, Block rauskramen, grobe Gliederung schreiben. Schon läuft’s besser.
Trotzdem hasse ich sie immer noch. Und bin froh über jede Kurzgeschichte, die ich schreibe. Denn die funktionieren ohne!
Bevor ich nun ein Kapitel anfange, überlege ich erst, was könnte passieren. Dann fange ich an zu schreiben. Manchmal klappt’s – manchmal kommt was anderes dabei raus. Was soll’s? So lange es Spaß macht!
LG, Susanne
9 Oktober 2007 at 2:22
Huhu Susanne,
genauso handhabe ich es momentan eigentlich auch und das klappt ziemlich gut. Muss nur endlich mal weiter schreiben. Weil bis Freitag muss ich noch einiges lernen
Aber das wird schon.
Endlich sehe ich wieder einen Lichtschimmer. Aber die Idee nur kurz für jedes Kapitel zu überlegen finde ich ganz gut^^
*knuffel*
Eluin
14 April 2008 at 4:29
Hallo,
als Student hatte ich selbst massive Schreibblockaden. Aus dieser Zeit stammen meine zum Teil selbst entwickelten Tipps. Vor allem die Visualisierungstechnik, wie sie Spitzensportler verwenden, hat sich bei mir sehr bewährt.
Habe gerade einen informativen Beitrag mit konkreten Tipps darüber verfasst: http://tinyurl.com/5f8m3b
Vielleicht klappt es damit besser!
14 April 2008 at 8:23
Hallo,
vielen Dank für den Tipp. Leider war nicht wirklich viel Neues für mich dabei. – Außer bei komplizierten Texten (was bei mir wohl eher bei Unitexten der Fall sein wird, als bei meinen belletristischen) ruhig zu überlegen, wie man so etwas mündlich erklären würde.
Besser klappen braucht es ja nicht. Es klappt ja super
Ich habe ja zum Glück meine Schreibblockade überwunden (was ich im obigen Text ja beschrieben habe) indem ich mich mit dem Problem an sich beschäftigt habe um heraus zu finden, was mich blockiert. Und da ich nun weiß, wo meine Probleme liegen, konnte ich diese sehr gut lösen
Ich habe wieder richtig Lust weiter zu schreiben, nun muss ich nur noch das Zeit Problem in den Griff bekommen. Aber das sollte nicht mehr lange dauern
Das ist nun nämlich noch das einzige, was mich blockiert
Liebe Grüße
Eluin